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Definitionen und essentielle Hintergrundinformationen

Recycling, Verwertung und Beseitigung

Auch Produkte aus biobasierten Polymeren unterliegen nach Ablauf ihres Gebrauchs den geltenden Maßnahmen der Abfallbewirtschaftung und deren Rangfolge.

Die Basis für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung von Abfällen bildet das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Im §6 regelt es die grundsätzliche Rangfolge, nach der mit Abfällen zu verfahren ist:
1.   Vermeidung
2.   Vorbereitung zur Wiederverwendung
3.   Recycling (werk- oder rohstofflich)1
4.   sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
5.   Beseitigung  

Auf Basis dieser Rangfolge soll laut dem KrWG (2012) „nach Maßgabe der §§ 7 und 8“ des KrWG (2012) „diejenige Maßnahme Vorrang haben, die den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen unter Berücksichtigung des Vorsorge- und Nachhaltigkeitsprinzips am besten gewährleistet. Für die Betrachtung der Auswirkungen auf Mensch und Umwelt … ist der gesamte Lebenszyklus des Abfalls zugrunde zu legen. Hierbei sind insbesondere zu berücksichtigen 1. die zu erwartenden Emissionen, 2. das Maß der Schonung der natürlichen Ressourcen, 3. die einzusetzende oder zu gewinnende Energie sowie 4. die Anreicherung von Schadstoffen in Erzeugnissen, in Abfällen zur Verwertung oder in daraus gewonnenen Erzeugnissen. Die technische Möglichkeit, die wirtschaftliche Zumutbarkeit und die sozialen Folgen der Maßnahme sind zu beachten.“ Dabei hat laut KrWG (2012) „die Verwertung von Abfällen … Vorrang vor deren Beseitigung.

Unter der Wiederverwendung wird das wiederholte Benutzen eines Produktes für denselben Verwendungszweck verstanden, z. B. Pfandflachen aus Polyester (PET – Polyethylenterephthalat).

Beim werkstofflichen Recycling werden physikalische Behandlungen eingesetzt, wie Aufschmelzen, Filtern, Compoundieren und Granulieren. Das werkstoffliche Recycling ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Vom Zustand der Abfälle hängt es ab, wie groß der Aufwand bei diesem Verfahren ist. Es setzt u. a. voraus, dass unterschiedliche Kunststoffe leicht getrennt und sortiert werden können. Sofern Abfall aus Haushalten unvermischt und sauber ist, die Verarbeitung fehlerfrei erfolgt, kann dieser problemlos verarbeitet werden. Ein bekanntes Beispiel ist die sortenreine2 Sammlung und entsprechende Aufbereitung von PET-Flaschen.

Beim rohstofflichen Recycling werden mit Hilfe chemischer Prozesse die polymeren Makromoleküle in Monomere oder zumindest Acryl-, Ester-, Amid- oder andere Gruppen zerlegt, um diese für eine neue Polymerisation oder andere chemische Syntheseprozesse zu nutzen.

Bei der energetischen Verwertung steht die Ausnutzung des Energiegehalts der Kunststoffabfälle im Vordergrund u. a. durch die Verbrennung.3

Die Kompostierung und Vergärung werden den Verwertungsverfahren zugeordnet (KrWG 2012).  

Laut KrWG (2012) § 3 Abs. 26 ist die „Beseitigung im Sinne dieses Gesetzes …  jedes Verfahren, das keine Verwertung ist, auch wenn das Verfahren zur Nebenfolge hat, dass Stoffe oder Energie zurückgewonnen werden.“ MVAs (Müllverbrennungsanlagen) können bspw. den Beseitigungsanlagen zugerechnet werden.


1laut KrWG (2012) §3 Abs. 25 „Recycling im Sinne dieses Gesetzes ist jedes Verwertungsverfahren, durch das Abfälle zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen entweder für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufbereitet werden; es schließt die Aufbereitung organischer Materialien ein
2Kunststoffe mit gleicher Kennzeichnung nach DIN EN ISO 11469 bzw. VDA 260, ggf. verschiedener Rohstoffhersteller werden gemeinsam aufbereitet3
3Hellerich, W., Günther, H., Baur, E. (2010): Werkstoff-Führer Kunststoffe Eigenschaften, Prüfungen, Kennwerte. © Carl Hanser Verlag, München